Als im 4. Jahrhundert nach Christi Geburt die Landnahme des nördlichen Oberschwabens durch die Alemannen erfolgte, siedelte ein Sippenführer auch auf der Anhöhe des westlichen Rißufers. War es Sunnimout, der Sonnenmutige oder der Sohn des Muoto, also ein Sohn des Gründers von Mietingen, oder bezeichnete sich der Führer als Sohn des Waldgottes Muot (also Sohn des Waldes)? Wir wissen es nicht. Wir wissen nur, daß die Siedler zu den Sunnemuotingen gehörten. Der Name selbst machte im Laufe der Zeit viele Wandlungen durch. In den Urkunden heißt er Sunnemuotingen (Sunnemuotinga), Sunnemoatingen, Suomatingen, Simmentingen, Sim-mendingen, Sulmadingen, Sulmentingen und Sulmetingen.
| 853 | Die erste Urkunde, die den Ort erwähnt, stammt aus dem Jahre 853, also aus der Zeit Ludwigs des Deutschen, kurz nach der Teilung des Reiches Karls des Großen. Mittlerweile waren die Bewohner unserer Gegend längst Christen geworden und standen unter der Herrschaft der Franken, die das Land in Gaue aufteilten. Sulmetingen gehörte zum Rammagau. |
| 876 | übergab ein Egino von Sunnemuotinga dem Kloster St. Gallen u. a. eine Hube in Villa Sunnemuotinga, also im Weiler Sulmetingen (Untersulmetingen). |
| 973 | lud Graf Mangold seinen Onkel, den damaligen Bischof von Augsburg, den hl. Ulrich, zur Beratung von Familienangelegenheiten auf seine Burg Suomatingen an der Riß ein. Mangold war der Sohn des Gaugrafen vom Thurgau und der Luitgardis, einer Schwester des Bischofs Ulrich, der aus dem Hause der Grafen von Dillingen stammte. |
| 979 | wird die Burg Summetingen erwähnt (castellum), der Besitz des Grafen Mangold. der ein Neffe des Bischofs von Augsburg und wahrscheinlich Gaugraf des Rammagaus mit dem Sitz in Sulmetingen war. |
| 1066 | fiel in einem Treffen bei Würzburg ein Graf Mangold. Seine Söhne Egino und Ulrich, beide Mönche in Zwiefalten, ließen um das Jahr 1100 die irdischen überreste des Vaters aus Würzburg nach Zwiefalten bringen und neben ihrer Mutter Mathilde, einer Tochter des Grafen Egino von Urach, beisetzen. Hier heißt es: "Sie haben sich Grafen von Sümmatingen geschrieben, weil Sümmatingen ihr Sitz gewesen, während sie von der Burg Neuffen abstammen." Zur gleichen Zeit lebte auf der Feste Hohenneuffen ein Graf Mangold von Sulmetingen. Diese hatte er vermutlich geerbt, und so siedelte das reiche und angesehene Grafengeschlecht der Sulmetinger dorthin über. Sie erscheinen nicht mehr in den Urkunden. |
| Um 1225 |
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| 1271 | wird Westerflach zum erstenmal erwähnt. |
| Um 1400 |
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| 1433 | verkaufte Hans von Sulmetingen Westerflach an den Spital Biberach und 1444 die "Lehen- und eigentümlichen Güter" zu Obersulmetingen an Albrecht Ruch (Rauh). |
| 1525 | Der Bauernkrieg brachte Untersulmetingen Unruhen und der Herrschaft schwere Verluste. Im März 1525 zog der Baltringer Haufen auch vor das Untersulmetinger Schloß, während sich Junker Georg gerade beim Bundesheer und seine Frau Dorothea vermutlich in Ehingen befanden. Das Schloß wurde gestürmt, geplündert und brannte schließlich im oberen Teil aus, während die starken Umfassungsmauern und Kellergewölbe erhalten blieben, da die Hintersassen für das Dorf fürchteten und löschten. Sie konnten jedoch nicht verhindern, daß die daneben stehende Otmarskapelle bis auf die Grundmauern abbrannte. |
| 1528 | Mit Georg von Sulmetingen starb das adelige Geschlecht der Sulmetinger aus, nachdem es sich fast 600 Jahre behauptet hatte. |
| 1551 | kam das Dorf in die Hände von Jakob Fugger, den Grafen von Kirchberg. Aus der Fuggerzeit stammen drei Gedenksteine von Kindergräbern im Glockenhaus der Niederkirch. In der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg ließen die Fugger die Otmarskapelle wieder aufbauen. |
| 1679 | wurde der obere Teil des gotischen Turmes zu Niederkirch barockisiert. 1685 zwei Nebenaltäre durch den Weihbischof eingeweiht und 1687 von einem Ulmer Glockengießer die in der ganzen Umgebung bekannte Wetterglocke gegossen, die sich noch heute auf dem Turm befindet. |
Wetterglocke aus dem Jahre 1687 |
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über die Not des Dreißigjährigen Krieges fehlen genaue Angaben für unser Dorf. Sicherlich hatte es darunter sehr zu leiden, und manche Familiennamen verschwanden, aber es scheint doch, daß die Bevölkerung sich im ganzen gesehen einigermaßen glimpflich über die Zeit retten konnte. |
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| 1729 | verkauften die Grafen Josef und Eustach Fugger Schloß und Dorf Untersulmetingen zunächst pfandweise, 1735 endgültig an das Kloster Ochsenhausen. |
| 1741 | ließ Abt Benedikt Denzel (Wappen mit drei Rosen im weißen Feld) die Schloßkapelle im Rokokostiel renovieren. Sie ist im wesentlichen bis heute in der damaligen Ausstattung erhalten. Im folgenden Jahr wurde auch die Niederkirch erneuert. Der berühmteste Kaplan war Christian Stöferle (1717 bis 1762), der in großem Maße beteiligt war an der Renovierung der Kirchen, so daß man ihm in der Niederkirch ein Denkmal setzte (Chorbogen links). |
| 1803 | endete mit der Säkularisation die Ochsenhausener Klosterherrschaft. Zur Entschädigung der auf dem linken Rheinufer verlorenen Besitzungen erhielt der Reichsfürst Georg Karl von Metternich-Winneburg und Beilstein u.a. beide Sulmetingen. Der letzte Abt des Klosters, Romuald Weltin (1766-1803), erhielt das Schloß Obersulmetingen als Wohnsitz, starb aber schon im Januar 1805 und wurde in Niederkirch beigesetzt. Eine Gedenkplatte am rechten Torbogen kennzeichnet seine letzte Ruhestätte. |
| 1805 | verkaufte Fürst Metternich die beiden Sulmetingen mit Mittenweiler an den Fürsten Karl Anselm von Thurn und Taxis. |
| 1806 | kam der Taxis'sche Besitz unter die württembergische Landeshoheit. Gleichzeitig kam auch Westerflach an die württembergische Krone, verblieb aber vorerst noch bei Ingerkingen. |
Wie es im Dorf damals aussah, sagt uns die Oberamtsbeschreibung von 1837: |
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| 1817 | erfolgte unter der württembergischen Herrschaft die allmähliche Ablösung der Grundlasten. Nach der Revolution von 1848 fielen auch die Zehnten. |
| 1864 | wurde Westerflach der Gemeinde Untersulmetingen angegliedert. |
| 1870 | baute die Gemeinde die nun leerstehende Zehntscheuer zu einem Schulhaus um. Die nächsten Jahre bis 1900 standen im Zeichen des Flurbereinigungsgesetzes von 1862. |
| 1878 | - 1882 wurde die Riß korrigiert und begradigt, die Windungen wurden teils aufgefüllt, teils wuchsen sie im Laufe der Zeit ein und bildeten die bis in unsere Zeit herein landwirtschaftlich wenig nutzbaren Altwasser, die jedoch wertvolle Nahrungsbezugsquellen für unsere Störche waren. |
| 1904 | erfolgte eine Renovierung der Niederkirch. Sie war in schlechtem Zustand und die Plätze reichten für die wachsende Gemeinde nicht aus. Die Renovation erfolgte im Nazarenerstil. Ein neuer Hochaltar wurde aufgestellt, die Butzenscheiben wurden durch bemalte Fenster ersetzt und die Empore erheblich vergrößert. Die neuen Deckengemälde stammten von dem bekannten Kirchenmaler Siebenrock. Der Eingang zur Kirche wurde nach hinten verlegt. |
Ein Kriegerdenkmal in Obeliskenform vor der Niederkirch erinnert an die 26 gefallenen Söhne der Gemeinde, die aus dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) nicht mehr zurückkehrten, und zwei den Stein flankierende Tafeln nennen die 44 Gefallenen und 23 Vermißten des Zweiten Weltkrieges (1939-1945). |
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| 1911 | erfolgte der Bau eines neuen Schulhauses, leider nur mit einem Saal. Der erste Bewohner war der damalige Schulleiter Oberlehrer Manz. |
| 1921 | wurde ein Schwesternhaus mit Kindergarten durch Pfarrer Striebel gegründet, der seit dem Jahr 1895 - zuerst als Verweser und von 1899 als Pfarrer - bis 1947 hier wirkte und 1959 starb. |
| 1926 | hatten Riß und Höllgraben, aber auch die anderen Bäche und Gräben so gewaltiges Hochwasser, daß das ganze Ried und die Straße nach Laupheim überflutet wurden; dabei wurde die alte Holzbrücke über die Riß und die Höllgrabenbrücke weggerissen. Noch Tage danach konnte man mit einem Floß zum Bahnhof fahren. Die neue Betonbrücke über die Riß wurde höher gelegt. |
| 1933 | gründete G. Lindenmaier die Prazisions-Drehteile-Fabrik auf dem Gelände der ehemaligen Kunstmühle Kimmelmann auf der Rißinsel. Im gleichen Jahr wurde Westerflach nach Untersulmetingen eingemeindet. |
| 1951 | begann man mit dem Bau der Wasserleitung, die im folgenden Jahr fertiggestellt wurde. |
| 1957 | war der Umbau des Rathauses und der Bau einer Gemeindewaschküche mit Bad. Darüber wurde ein Gemeindesaal eingerichtet. Auch unsere beiden Gotteshäuser durften teilhaben am Aufbau der Gemeinde seit dem Kriegsende. So wurden unter Pfarrer Bönigk zu den schon vorhandenen Glocken weitere angeschafft, so daß heute die Niederkirch vier Glocken, die Kapelle zu Westerflach eine besitzen; sie stammen von Glockengießer Engelbert Gebhard von Kempten. |
| 1957 | - 1958 ließ Pfarrer Petter beide Gotteshäuser erneuern. In der Niederkirch wurde versucht, eine gewisse Einheitlichkeit im Stil zu erreichen und die alte barocke Ausgestaltung von 1742 einigermaßen wieder zur Geltung zu bringen. So wurden die bemalten Kirchenfenster entfernt und durch Butzenscheiben ersetzt. Kunstmaler Schönecker aus Wangen malte drei Deckengemälde. Die beiden gotischen Seitenaltäre wurden entfernt und durch zwei einfache Altartische ersetzt. Im gleichen Jahr wurde auch die Kapelle, die schon 1932 von Pfarrer Striebel renoviert worden war, wieder erneuert, so daß sie Ihre alte Schönheit wieder voll zur Geltung brachte. Der Anbau an die Kapelle, das Rathaus, war 1957 schon innen umgebaut worden. In den folgenden Jahren wurde eine elektrische Heizung und eine mechanische Kleinorgel eingerichtet. |
| 1963 | Erstellung eines neuen kath. Kindergartens mit Schwesternhaus im Köhlweg. |
| 1969 | wurde das Dach des Turmes zu Niederkirch erneuert, 1972 das Kirchendach daselbst, und in den nächsten zwei Jahren eine Heizung auch in der Niederkirch eingebaut. Daneben führte man die Neuanlage bzw. Erweiterung des Friedhofs durch. |
| 1969 | versuchte der Obersulmetinger Bürgermeister Schantel im Vorgriff auf die Gemeindereform den Zusammenschluß der beiden Sulmetingen zu erreichen. Die zuerst durchaus positiven Aussichten zerschlugen sich aber immer mehr, und schließlich entschloß sich Untersulmetingen 1971 für einen Anschluß an die Stadt Laupheim. Dieser erfolgte dann auch am 1. Januar 1972. |
| 1972 | Ausbau der Murrstraße mit beidseitigen Gehwegen, gleichzeitig lief seit 1971 die Flurbereinigung. |
| 1974 | Kanalisierung der Teilgemeinde Westerflach mit Straßenbefestigung. |
Seit dem Anschluß an die Stadt Laupheim wurde der Wohnungsbau nach Kräften und entsprechend dem Bedarf durch die Erschließung der Neubaugebiete Köhlweg, Westerflacherstraße, an der Riß und Beckenkreuz gefördert. |
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| 1976 | - 1977 Bau einer neuen Sportanlage mit Rasenplatz und Mehrzweckspielfeld. |
| 1978 | Außenrenovation der St. Otmars-Kapelle mit der Schule am Schloßweg, sowie der St. Georgs-Kapelle in Westerflach, die eine neue Kuppel und ein neues Dach erhielt. |
St.-Georgs-Kapelle in Westerflach |
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| 1979 | wurde das Schmuckstück unserer Gemeinde, die alte Schloßkapelle, in ihrem bis heute unversehrt erhaltenen Rokokostil renoviert. Der Altar zeigt einen schönen Aufbau und eine feine Marmorierung. Altarbild und Deckenfresken sind Werke Spieglers. Ersteres stellt die Patrone der Kapelle dar: St. Otmar mit dem Lärgel (Fäßchen) und St. Hieronymus mit dem Löwen. Die Deckenfresken zeigen die Anbetung des Lammes, die Verherrlichung des hl. Hieronymus und des hl. Otmars. Die Wandgemälde stammen von F.I. Straßer und zeigen Johannes Nepomuk, Johannes den Täufer und Johannes den Evangelisten. |
| 1980 | Außenrenovation der Niederkirch sowie Ausbau bzw. Neuanlage der Ortsverbindungsstraße mit Geh- und Radweg Laupheim-Untersulmetingen mit Bau der Bahnüberführungsbrücke bei Laupheim-West. |
| 1981 | wurde das frühere Landschaftsschutzgebiet "Brühwiesen" als Naturschutzgebiet "Schand" ausgewiesen. Die Fläche beträgt ca. 17 Hektar. Dieses Gebiet wird in Patenschaft vom Obst- u. Gartenbauverein gepflegt. |
| 1981 | - 1982 Anlegen der neuen Tennisplätze bei den Sportanlagen. |
| 1983 | schaffte man für die freiwillige Feuerwehr ihr jetztiges Fahrzeug (TSF) an. Im selben Jahr feierte man auch die Promizfeier von Alfons Knoll. Ebenfalls wurde die Erschließung des Gewerbegebietes "Lindenmaierstraße" durchgeführt. |
| 1986 | wurde die neu erstellte Mehrzweckhalle und kurz darauf das neue Tennisheim eingeweiht. Die Erweiterung des Kindergartens mit Gemeindesaal wurde auch fetiggestellt. |
| 1987 | Erfolgte der Anschluß der Klär |
| 1990 | Bei der Bundestagswahl gelang es unserem Ortsvorsteher Franz Romer in den Bundestag einzuziehen. |
| 1991 | Einweihung der Aussegnungshalle. |
| 1992 | Abschluß der Innenrenovation der Niederkirch Sankt Georg und Sebastian. |
| 1995 | Fertigstellung und Einzug in die neue Grundschule am Häldele. Das "alte Schulhaus" wird seither als Unterkunft für örtliche Vereine genutzt. |
| 1999 | wurde die Erschließung des Baugebiets "Orthalde" fertiggestellt. Die Gemeinde Untersulmetingen zählt zum Jahrtausendwechsel 1648 Einwohner. |
| 2000 | Errichtung eines Gedenksteins für Pater Cajetan bei der neuen Grundschule. Einweihung der neu renovierten Schloßkapelle "Sankt Otmar". |
| 2002 | Renovation des Kirchturms der Niederkirch |
| 2003 | Glockenweihe - Ortsvorsteher Franz Romer stiftet eine neue Glocke für die St. Otmars - Kapelle. |
| 2005 | Das Baugebiet "Orthalde II" wird erschlossen |